Plastiktütenfreier Tag in Berlin

PRESSEMITTEILUNG:

Berliner Umweltverbände fordern sinnvolle Maßnahmen gegen Plastiktütenflut!
Berliner Umweltverbände zeigen vor Hintergrund der neuen EU-Regelung zur Plastiktüte eine klare Position und innovative Lösungen/ Unter dem Motto „Ohne Plastiktüte geht´s auch!“ zeigt das Aktionsbündnis Probleme und Alternativen auf: am Plastiktütenfreien Tag in Berlin am 3.7.2015 am Alexanderplatz 

IMG_0645Berlin, 02.07.2015 – Zum Internationalen Plastiktütenfreien Tag fordern Umweltorganisationen in breiter Koalition die Politik, Verbraucher/innen und Unternehmen zu sinnvollen Maßnahmen gegen die Plastiktütenflut auf. Beim gemeinsamen Aktionsfest am Alexanderplatz direkt gegenüber vom Alexa zeigen sie das Ausmaß des Problems, aber auch Lösungsmöglichkeiten: Ohne Plastiktüte geht´s auch!

 

Auch die VIS-NATURA MÜNCHEN Stiftung präsentierte sich dort um Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen, damit solche Erfolge auch in München realisierbar werden.
Und unser Beitrag zum Umweltschutz, war natürlich auch in ausreichender Anzahl dabei, der Stoffbeutel der VIS-NATUTA MÜNCHEN Stiftung!

IMG_1468

 

Präsentiert wurde dieser Stoffbeutel von unseren
Stiftungsbeauftragten an unserem Stand,
welcher viel Anklang bei den Berlinern fand! Doris+Petra

 

 

 

 

 

 


Die Fakten zur Einwegplastiktüte, dem beliebten Konsumprodukt sind bekannt: 30.000 Plastiktüten pro Stunde gehen in Berlin über die Ladentheken. Pro Jahr sind das bundesweit 6,1 Milliarden. Sie stellen nicht nur ein Problem für die Umwelt und den Klimaschutz dar, sondern reduzieren auch das die immer knapper werdende Ressource Erdöl.

Mit einer EU-Regelung werden neue Fakten geschaffen: Im April dieses Jahres verabschiedete das EU-Parlament eine Richtlinie, die verbindlich den Verbrauch von dünnen Einweg-Plastiktüten einschränkt. Sie verfolgt das Ziel, europaweit bis 2019 den Pro-Kopf-Verbrauch auf 90 Tüten zu reduzieren. Derzeit liegt der EU-Durchschnitt bei 198 Tüten pro Person und Jahr. Bis 2025 soll die Anzahl auf 40 Tüten pro Jahr verringert werden. Dabei dürfen die Länder wählen zwischen zielführenden Maßnahmen oder der Einführung einer Kostenpflicht für Plastiktüten ab Ende 2018.

Dieser Prozess will gestaltet werden: von der Politik, dem Handel und von Verbraucher/innen gemeinsam. Ob es Leihtaschen, Bonussysteme für den tütenfreien Einkauf, eine verbindliche Abgabe oder eine Verzögerungstaktik bis 2018 gibt, muss sich in der nächsten Zeit zeigen.

Wir fordern alle Akteure und Akteurinnen auf, sofort zu handeln, plädieren für die schnelle Einführung von verbrauchsreduzierenden Maßnahmen und rufen zu bewussterem Konsum auf.

Auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zur Reduktion von Plastiktüten zusetzen, erscheint Julia Barthel von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht als geeignete Lösung. „Immer mehr Staaten, Regionen und Städte verbieten Plastiktüten oder drängen sie mit hohen Abgaben zurück. Eine Abgabe in Höhe von 22 Cent, wie Irland sie eingeführt hat, wäre nach Ansicht der DUH auch hierzulande ein wirksames Instrument, um Verbraucher/innen und Handel gleichermaßen zum Umdenken zu bewegen und die Plastiktütenflut einzudämmen.“

Unter dem Aspekt des Ressourcenschutzes und der Müllreduzierung sieht der BUND-Abfallexperte Tobias Quast die Notwendigkeit, dass sich alle Akteur/innen dringend an einen Tisch setzen. „Fünf Millionen Tonnen Plastik landen pro Jahr im Müll. Dies stellt eine enorme Verschwendung von Ressourcen und eine unzumutbare Umweltbelastung dar. Seit den neunziger Jahren hat sich die Menge an Plastikmüll hierzulande verdoppelt. Nicht einmal die Hälfte davon wird recycelt. Das meiste wird mit dem Restmüll verbrannt. Der viel zu hohe Verbrauch an Plastiktüten, Plastikverpackungen oder Plastikspielzeug ist leider inzwischen trauriger Alltag geworden”, so der Experte.

Die Stiftung Naturschutz und der Förderfond Trenntstadt Berlin setzen auf Bürgerbeteiligung und ein Neues Image der Stofftasche. „Der Stoffbeutel muss völlig neu gedacht werden und für alle Menschen zum neuen Must-Have-Accessoire werden,“ so Heidrun Grüttner, Verwaltungsleiterin der Stiftung Naturschutz.

„Eine Studie zeigt, dass niedrige Preise für Erdöl und immer mehr Anwendungsgebiete die Nachfrage nach Kunststoffen steigern werden, so dass der Markt aus rein ökonomischen Gründen nicht auf Plastik verzichten wird”, so (NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller)/ Katharina Istel, Referentin für Nachhaltigen Konsum beim NABU. “Hier muss der Staat seine Verantwortung wahrnehmen und gegensteuern, in dem er den Ressourcenverbrauch besteuert und Vorgaben zum Ökodesign von Kunststoffprodukten macht.“

„Plastiktüten sind das klassische Symbol für die Vermüllung der Meere. Und doch bleibt der schnelle Griff zur Einwegtüte für viele noch immer normal. Ein Grund ist, dass die Politik das Problem zwar erkannt hat, sich aber vor konsequenten gesetzlichen Lösungen drückt,“ so Julia Albrecht, Koordinatorin von Greenpeace Berlin.

Die Erfahrungen von LIFE e. V. in Ihrer Zusammenarbeit mit vielen Berliner Geschäften, wo bisher noch immer kostenlos die Plastiktüten heraus geben werden, macht Hoffnung. „Hier gibt es ein Umdenken und eine wirkliche Bereitschaft der Unternehmer/innen zu neuen Maßnahmen, natürlich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, denn Plastiktüten kosten,“ so Martina Bergk, Projektleiterin für Umwelt- und Klimaschutz bei LIFE e.V.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>